Aufruf an die Bewohner des Saargebietes!

(Amtsbl. RegPrä 1946 S. 21)




Unsere schwer verwüstete schöne Landschaft muß und wird wieder aufgebaut werden.

Dazu sind große, vorbereitende Arbeiten zu leisten.

Zunächst müssen die Trümmerstätten aufgeräumt und die Schuttmassen, die uns auch als Seuchenherde bedrohen, beseitigt werden. Das muß nun in großzügiger Weise noch in diesem Jahr geschehen. Die Saarbevölkerung wird gegenüber anderen zerstörten Gebieten in der Gemeinschaftsarbeit nicht zurückstehen, denn wir allein müssen die Trümmerstätten aufräumen, damit dort wieder Wohnstätten aufgebaut werden können.

Wir rufen deshalb zur Gemeinschaftsarbeit auf, an der sich zunächst alle arbeitsfähigen Männer beteiligen werden.

Alle müssen allen helfen, wenn wir aus der Not und dem Elend herauskommen wollen.

Eure Gemeinschaftsarbeit während des Krieges wurde trotz 60stündiger Arbeitszeit, Stockung des Verkehrs und oft unter Lebensgefahr geleistet.

Nun gilt es unter leichteren Bedingungen dem Werk des Aufbaues und des Friedens zu dienen.

Wer daher arbeiten kann und sich dennoch von der Hilfeleistung ausschließt, dem soll auch in Zukunft in keiner Weise geholfen werden; ihm wird eine besondere Pflichtarbeit übertragen werden. Erleichtert den eingesetzten Leitern der Gemeinschaftsgruppen ihre Aufgaben und tretet alle zur gemeinsamen Arbeit an.

Das Jahr 1946 muß ein Jahr des Aufbaues werden!






Für die Christliche Volkspartei
Hoffmann
Für die Christliche Sozialdemokratische Partei
Schulte
Für die Christliche Kommunistische Partei
Hoppe, Bäsel
Für die Christliche Einheitsgewerkschaft
Wacker


Regierungspräsidium Saar:


Abteilung Bauwesen
Arndt
Abteilung Arbeit
Kirn
Landesarbeitsamt Saar
Hub
Handelskammer
Schmoll
Handwerkskammer
Louis Arend