Aufbau eines Gutachtens innerhalb einer Relation bei objektiver Klagehäufung

Zur objektiven Klagehäufung:

Von einer objektiven Klagehäufung gem. § 260 ZPO spricht man, wenn der Kläger mit seiner Klage zwei oder mehr Streitgegenstände verfolgt. Diese Streitgegenstände können in unterschiedlicher Art miteinander verknüpft sein. Diese unterschiedliche Art der Verknüpfung hat auf den Aufbau des Tatbestandes keinen Einfluß. Auf den Aufbau des Gutachten hat die Art der Verknüpfung sehr wohl Einfluß.

Während es bei dem Vorliegen einer Eventualklagehäufung immer notwendig ist, die Erörterungen zum Hauptantrag und zum Hilfsantrag zu trennen und hintereinander zu schalten, kommt es bei der normalen kumulativen Klagehäufung darauf an, ob zwischen den Streitgegenständen ein Sachzusammenhang besteht. Besteht dieser, so sollte innerhalb jeder Station auf die unterschiedlichen Streitgegenstände eingegangen werden. Besteht ein solcher Sachzusammenhang nicht, sollte nach der Prüfung der Zulässigkeit zwischen den Streitgegenständen getrennt und diese nacheinander abgehandelt werden.

Im einzelnen:


Aufbau bei kumulativer Klagehäufung:

Aufbau bei einem Sachzusammenhang zwischen den Streitgegenständen:

  1. Vorprüfung
  2. Prozeßstation; Zu beachten ist hier:
  3. Zulässigkeit der Klageverbindung gem. § 260 ZPO
  4. Klägerstation
  5. Beklagtenstation
  6. Beweisstation
  7. Tenorierungsstation: Diese erfolgt wieder einheitlich, wobei unterschiedliche Tenor-Konstellationen in Betracht kommen.

Aufbau bei fehlendem Sachzusammenhang zwischen den Streitgegenständen:

  1. Vorprüfung
  2. Prozeßstation; Zu beachten ist hier:
  3. Zulässigkeit der Klageverbindung gem. § 260 ZPO
  4. Erster Streitgegenstand
  5. Zweiter Streitgegenstand
  6. x-ter Streitgegenstand
  7. Tenorierungsstation: Diese erfolgt wieder einheitlich, wobei unterschiedliche Tenor-Konstellationen in Betracht kommen.

Aufbau bei Eventualklagehäufung:

  1. Vorprüfung
  2. Hauptantrag
  3. Hilfsantrag
  4. Tenorierungsstation: Hier müssen Aussagen über beide Streitgegenstände getroffen werden, wobei unterschiedliche Konstellationen denkbar sind.


Weitere Verweise:

Normale Konstellation beim Gutachtensaufbau:
Aufbau des Tatbestandes bei einer objektiven Klagehäufung: