Klägerstation:

I: Arbeitsthese der Klägerstation (Anders/Gehle Rz. 90)

Anmerkung: Schlüssig oder unschlüssig kann nur ein Tatsachenvortrag sein, nicht dagegen eine Rechtsansicht oder ein Anspruch. (vgl Proppe JA 1992, 60,63)

II: Tatsachengrundlage der Klägerstation (Anders/Gehle Rz. 86)

III: Arbeit mit den Anspruchsgrundlagen

  1. Zuerst sind alle denkbaren Anspruchsgrundlagen zu suchen, die das Begehren des Klägers zumindest teilweise ausfüllen. (Anders/Gehle Rz. 86) Übersieht man eine Anspruchsgrundlage, so ist ein richtiges Ergebnis nur noch Zufall.
  2. Die völlig abwegigen Anspruchsgrundlagen, die mit nur wenigen Sätzen abgelehnt werden können, sollte man in der Ausformulierung nicht ansprechen.
  3. Im gedanklichen Ablauf, vor allem aber in der schriftlichen Darstellung sollten die Anspuchsgrundlagen in der richtigen Ordnung abgehandelt werden: (Anders/Gehle Rz. 92)

IV: Die Arbeit in der Anspruchgrundlage

  1. Nennen Sie die Anspruchsgrundlage im Obersatz. z.B.: Das Vorbringen des Klägers könnte für einen Anspruch aus §611 BGB schlüssig sein.
  2. Prüfen sie alle Merkmale vollständig durch! Sonst übersehen sie Probleme und bejahen evtl. Anspruchsgrundlagen, dessen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Dies wäre ein schwerer Fehler, da sich zu dieser Anspruchsgrundlage noch eine Beklagtenstation anschließen würde.
  3. Setzen sie den richtigen Schwerpunkt bei Ihrer Darstellung.

V: Die Arbeit am problematischen Merkmal

  1. Machen Sie einen Prüfungsanlaß aus dem Sachverhalt klar. z.B. Da .. (Anlaß aus dem Sachverhalt), ist hier ... (Rechtsproblem) problematisch.
  2. Arbeiten Sie die rechtliche Seite präzise auf.
  3. Unterscheiden Sie auf der Tatsachenseite:
  4. Subsumieren Sie sorgfältig!
  5. Der Schlußsatz muß die Prüfungsfrage der jeweiligen Anspruchsgrundlage mit Ja oder Nein, also mit Anspruch gegeben oder nicht gegeben beantworten!