Aufbau des Tatbestandes bei einer Streitgenossenschaft.

Vorweg zum Verständnis der objektiven Klagehäufung:

Gegenüber der objektiven Klagehäufung stellt die Streitgenossenschaft die subjektive Variante der Klagehäufung dar. Eine Streitgenossenschaft liegt vor, wenn auf mindestens einer Seite des Verfahrens zwei oder mehr Personen als Partei beteiligt sind. Wie bei der objektiven Klagehäufung gibt es auch bei der Streitgenossenschaft unterschiedliche Arten. Diese haben jedoch im Gegensatz zur objektive. Klagehäufung keinerlei Einfluß auf den Aufbau des Tatbestandes.

Der übliche Fall der Streitgenossenschaft sieht so aus, daß mehrere Personen klagen oder verklagt werden. Sie treten jedoch mit einem Vertreter auf, stellen dieselben Anträge und tragen denselben Streitstoff vor. Hierbei ergeben sich gegenüber dem üblichen Tatbestandsaufbau keinerlei Besonderheiten. Niederschlag findet diese Variante lediglich im Einleitungssatz und - später - im Rubrum einer Entscheidung.

Unüblicher ist der Fall der Streitgenossenschaft, bei dem die Personen, die auf einer Seite stehen,

Beide Varianten führen - neben dem Vorliegen einer Streitgenossenschaft - zum Vorliegen einer objektive Klagehäufung. Der Aufbau des Tatbestandes erfolgt daher wie bei der objektiven Klagehäufung. Entsteht diese objektive Klagehäufung im wesentlichen dadurch, daß die Streitgenossen unterschiedliche Anträge stellen, ist die erste Aufbauvariante der objektive Klagehäufung zu bevorzugen; tragen die Streitgenossen unterschiedlich vor, ist die zweite Variante zu bevorzugen.

Eine Besonderheit - die man unter der Variante der unterschiedlichen Anträge einordnen kann - stellt die Drittwiderklage dar. Diese Konstellation führt - neben der subjektiven Klagehäufung oder Streitgenossenschaft zu einer Widerklage. Aus diesem Grunde können die Aufbaumöglichkeiten der Widerklage - entsprechend angepaßt - zugrunde gelegt werden. Daraus ergeben sich - wie bei der Widerklage - zwei Aufbauvarianten, von denen die Erste zu bevorzugen ist, wenn die Drittwiderklage im wesentlichen auf demselben tatsächlichen Geschehen beruht, wie die Klage. Ansonsten ist die Zweite zu bevorzugen.



Weitere Verweise:

Normale Konstellation beim Tatbestandsaufbau:
Aufbau des Gutachtens bei einer Streitgenossenschaft: